Die Opfer von einem Wiederverkaufsbetrug in Spanien werden nur unzureichend geschützt und auch nur sehr schlecht informiert.

Speziell vom Wiederverkaufsbetrug bei Ferienwohnrechten, der von Spanien ausgeht, und auch dem Lotteriebetrug, der per FAX oder mail in den letzten Jahren zahlreiche Haushalte errreichte („Sie haben in der spanischen Lotterie gewonnen !!!!“), sind Zehntausende betroffen und die ergaunerten Beträge akkumulieren sich in dreistelliger Millionenhöhe.

Deshalb sollen hier nun – nach und nach – allgemeine Informationen über laufende Gerichtsverfahren zusammengestellt werden, soweit diese nicht so aktuell sind, dass ihre Veröffentlichung die Strafverfolgung behindern könnte.

B) Rückzahlungsversprechen

Viele Verkäufe der letzten Jahre waren an Zusagen geknüpft, die Gelder über Zertifikate nach einem Zeitraum von 3 -5 Jahren wieder erlangen zu können. Die wohl allermeisten der Käufer allerdings haben keine Auszahlungen erlangen können und es besteht der dringende Verdacht, dass auch hier mit Arglist oder Betrug operiert worden ist.

Ermittlungen über die Firma  Hyprafund und ihre Verantwortlichen laufen am Untersuchungsgericht Nr. 4 in Marbella seit 2003 (D.P. 3221/03), den Hintergrund der Firma Reclaim aufzuklären bemüht man sich vor dem Zentralen Untersuchungsgericht Nr 5 in Madrid im Rahmen der Ermittlungen gegen „Goldfinger“ John Palmer zum AZ 176/00, und die Zahlungsunfähigkeit der Firma Cash Back ist Gegenstand der Unter-suchungen am Instruktionsgericht Nr 4 in Marbella aufgrund einer dort eingereichten Strafanzeige (D.P. 2538/08)

C) Hinterlegung bei Treuhändern

Eine weitere Spielart des Wiederverkaufsbetruges besteht in der Behauptung, der volle Kaufspreis, um den es geht, sei bereits bei einem Treuhänder hinterlegt worden. Der Verbraucher weiß zu diesem Zeitpunkt nicht, daß auch der Treuhänder frei erfunden ist und die Mitteilungen, die von diesem zu stammen scheinen, nur dazu dienen sollen, Vertrauen zu schaffen und somit den verkaufswilligen Verbraucher zu neuen Zahlungen  plötzlich auftauchender  „Kosten“ zu bewegen.     

In dieser Weise agierten, nicht zum ersten Mal, in 2006 und 2007 Betrüger unter den Namen Easy Life, Servicio Inmobiliario Santander oder Servicio Inmobiliario Gijón und dem vorgeblichen Treuhandbüro Deposito Trust. Die Bankkonten liefen u.a. auf Namen Larrson und Nenad und sind Objekt von  Untersuchungen im Auftrag des Untersuchungsgerichtes Nr. 1, AZ: D.P. 1591/07 in Marbella.

Zuvor bereits war unter den Namen von fast zwei Dutzend anderen Firmen in gleicher Weise verfahren worden. Die meisten der dazu gehörigen Bankkonten waren auf Teneriffa eröffnet worden und liefen auf so vielsagende Namen wie Steuer, Depot, Gerichtskasse, Lieblich, Treuhand oder RCI Treuhand, und waren doch, was die Verkaufswilligen nicht wissen konnten, alle von ein und derselben Person (auch dies ein Deutscher) mit gefälschten Ausweisen eröffnet worden.  Zu diesem Komplex gehören auch Bankkonten auf den Namen Bernhard Morath, Stefan oder Tobias Verein und Klaus Martin. Entsprechende Adhäsionsverfahren laufen an den Gerichten im Süden Teneriffas, so in Granadilla am Gericht Nr. 4 zum AZ D.P. 289/06, am Gericht Nr 1 zum AZ  D.P. 121/06

Natürlich laufen auch Untersuchungen zu neueren Fällen dieser Art, so zu jenen, die eine Treuhandgesellschaft mit Namen  La Roca Depositos oder San Roque Depositos vortäuschten – aber diese Untersuchungen befinden sich noch im Fluß und Daten hierzu sollten noch nicht veröffentlicht werden.