Wer hat sie noch nicht per mail, Fax oder Brief erhalten, die Ankündigung einer großen Erbschaft in Millionenhöhe – oder die Bitte, bei einer Geldtransaktion aus einem afrikanischen Land behilflich zu sein und dafür Hundertausende von Dollar verdienen zu können?

Auf diese und ähnliche Schreiben sind viele von uns schon hereingefallen, in allen Ländern. In alle Kontinente werden solche Schreiben verschickt, teilweise 20-30tausendmal am Tag, und die Empfänger sind oft gerade Personen mit einem über dem Schnitt liegendem Bildungsniveau und mit eher hohen Einkünften. Sie werden sorgsam ausgesucht, denn die Schreiben sind der Einstieg zu einem Betrug, der das Opfer viel, sehr viel Geld kosten soll: Zehntausende von Euro auf jeden Fall, Hunderttausende, wenn alles „gut“ geht.

International ist er als Betrug 419 bekannt, oder auch in Spanien als der Betrug der „Nigerianischen Schreiben“ , denn von Nigerianern entwickelt sind es auch heute noch vor allem Staatsangehörige Nigerias, die sich mit großem Erfolg dieser Betrugsvariante widmen.

Einer Agenturmeldung von Europa Presss zufolge sind in Spanien seit dem Jahre 2003 ca. 19.500 Anzeigen zu dieser Betrugsart registriert und im Laufe der Ermittlungen insgesamt 640 Personen verhaftet worden. Die Gesamtzahl der Betrugsfälle ist aber wesentlich höher, da viele Opfer sich später schämen und den Betrug nicht einmal anzeigen.

Es gibt aber eine neue Hoffnung: Die spanische Polizei berichtete am 2. Mai 2012 in Zusammenarbeit auch mit Interpol und dem FBI insgesamt 23 Personen festgenommen zu haben. 54 Bankkonten und mehrer Wohnungen und Fahrzeuge sind beschlagnahmt worden. Die Sache liegt nun bei den spanischen Untersuchungsrichtern.

Alle Geschädigten sollten sich melden und ihre Ansprüche auf Schadensersatz anmelden. Nur so wird es möglich sein, dass Geschehen zu rekonstruieren, vielleicht noch unentdeckte Bankkonten zu identifizieren und auch Beträge an die Betroffenen zurück zu führen.

Für weitere Informationen bitte Anschriften an andreas@schomerus.net richten zum Stichwort „Millionenerbe“.