Ein Urteil des spanischen Tribunal Supremo hat für Unruhe gesorgt: in einer Entscheidung vom 15.1.2015 wurde dort ein für die Verbraucher  sehr günstiges Urteil bestätigt und es scheint so, als damit im Prinzip ALLE Timeshare Verträge, die nach dem 5.1.1999 geschlossen worden sind, unter dem Verdacht der Ungültigkeit stehen, und diese Ungültigkeit auch jetzt noch geltend gemacht werden kann.

 

Konkret erging das Urteil gegen die Firma Anfi Sales S.L.  also eine der Firmen des Anfi Beach Clubs auf Gran Canaria, aber die dortigen Erwägungen sind auch auf andere Verträge anderer Anbieter übertragbar.

 

Gerügt wurde insbesonders, dass im Vertrag nicht klar die Vertragslaufzeit genannt war und entgegen des spanischen Gesetzes 42/98 vom 5.1.99 eine Anzahlung eingefordert worden war. Das reichte dem Gericht, um im konkreten Fall zwei Verträge vom Dezember 2000 und vom März 2001 jetzt noch als nichtig zu erklären und der Klägerin den gesamten damaligen Kaufpreis zuzugestehen zuzüglich eines Strafbetrages für die ungesetzliche Einforderung von sofortigen Anzahlungen.

 

Das Urteil ist bemerkenswert, weil einige besonder Umstände existierten, die ebenfalls nicht zum Nachteil der Käuferin ausgelegt worden sind: zum einen hatten die Klägerin und ihr Lebensgefährte bereits seit 1995 Verträge mit Anfi geschlossen, die inhaltlich sich wenig voneinander unterschieden und sie hatte zudem, auch nach 2001 noch, die in den Verträgen gewährten Rechte jahrelang anstandslos genutzt.

 

Man sollte sich freilich nicht täuschen: Das Urteil des Tribunal Supremo heißt noch nicht, dass nun alle Verträge der letzten 16 Jahre aller Anbieter auch wirklich nichtig sind und eine Klage dort auch Erfolg haben muß. Genau dies aber behaupten inzwischen einige skupellose Firmen im Internet und versuchen, die Timeshare Besitzer in ganz Europa durch massive Werbung per Telefon pder durch Internet dazu zu bewegen, mit ihnen in eine Klage zu gehen.

 

Was möglich ist und was nicht bedarf einer eingehenden Prüfung durch einen Fachanwalt; sonst kommt man vom Regen in die Traufe und verliert erneut viel viel Geld. Denn wenn eine Klage verloren wird muß man in der Regel auch die Verfahrenskosten der Gegenseite zahlen und auch dies wird von heutigen Anbietern oftmals einfach unterschlagen.