Das zentrale Untersuchungsgericht in Spanien, die Audiencia Nacional, hat nun offiziell seine Untersuchungen auch gegen die Volkswagen AG gerichtet, nachdem man den Eindruck gewann, dass die spanischen Tochterfirmen wohl nur schwer belangt werden können.

Untersucht werden die Subventionen, die wohlmöglich zu Unrecht gezahlt worden sind und die Verletzungen im Umweltrecht. Es geht aber auch um die Belange der Käufer der 638.000 in Spanien verkauften Fahrzeuge, die von den manipulierten Ablesewerten der Dieselfahrzeuge betroffen sein könnten. Unter ihnen befinden sich viele Ausländer, auch Deutsche, die in Spanien wohnen.

Genau wie in Deutschland haben einige  Käufer schon versucht, Schadensersatzansprüche vor den normalen Gerichten geltend zu machen und genauso wie in Deutschland läßt sich dort eine einheitliche Linie der Rechtssprechung noch nicht erkennen. Einige Klagen davon scheinen abgewiesen worden zu sein, aber sicher weiß man es nur von einer Entscheidung aus dem März 2016, die durch die Presse ging. Der erstinstanzliche Richter vermochte den Schaden des Einzelnen nicht zu erkennen und er fragte sich auch, ob der entsprechende Vertragshändler  oder die spanischen VW-Gesellschaften hier überhaupt verantwortlich gemacht werden können.

Diese und andere Fragen beschäftigen derzeit weltweit die Justiz und so ist die neue Entscheidung der Audiencia Nacional aus Madrid als spektakulär zu bezeichnen; gleichzeitg gibt sie den Hunderttausenden von Betroffenen Hoffnung auf Schadensersatz.

Die Audiencia Nacional ist ein zentrales und insoweit auch das höchste Untersuchungsgericht Spaniens. Bei ihr hatten Betroffene, aber auch Verbraucherverbände Anzeige erstattet und in den Voruntersuchungen war Luis Comas, der Verantwortliche der VW-Audi Gruppe in Spanien gehört worden, der angab, dass alle Motoren der in Spanien verkauften Fahrzeuge in diesem (manipulierten) Zustand aus Deutschland gekommen seien, mithin die spanischen Firmen hiermit nichts zu tun hätten.

Da zudem die zentrale Staatsanwaltschaft in einem Bericht dies zu bestätigen scheint hat der Untersuchungsrichter Ismael Moreno in einem Gerichtsbeschluß vom 30. Juni 2016 angeordnet, nun offiziell auch die Volkswagen AG zu laden.

Sollte sich in diesem Verfahren  der nun existierende Anfangsverdacht für einen Betrug bestätigen, könnte es später vor einer Strafkammer zu einem Mammutprozeß kommen und – zumindest für die Kläger – dann auch zur Anerkennung von Schadensersatzansprüchen. Denkbar ist auch ein Vergleich, noch bevor es zum eigentlichen Prozeß dann kommt.

Insofern ist jedem Betroffenen zu raten, sich in das Verfahren einzuschreiben.  Die Anwaltskanzlei SCHOMERUS in Alicante bietet als Spezialist die Vertretung vor der Audiencia Nacional an. RA Dr. Schomerus vertritt dort in Madrid in verschiedenen anderen Verfahren auch schon Hunderte von Geschädigten in internationalen Betrugsangelegenheiten, so bei Timeshare-, Erbschafts- oder Lotteriebetrug. Auch diese Großverfahren werden an der Audiencia Nacional behandelt.