Dr. Andreas Schomerus
Alicante, España

 

2001-12-05 Festnahme Mohammed Derbahs
 
Die Nachricht des Monats November ist zweifellos die Festnahme von Mohamed Jamail Derbah auf Teneriffa und man kann es als eine weitere der unzähligen Konsequenzen aus dem Attentat vom 11. September betrachten, daß diese nach jahrelangen Aktivitäten die Verhaftung nun erst jetzt erfolgte, als zudem Verbindungen zur internationalen Terroristen-Szene gemutmaßt wurden. Konkret meldeten die spanischen Nachrichten am 21. November die Festnahme von 16 Personen auf Teneriffa und 2 weiteren in Madrid als mutmaßliche Mitglieder einer mafiaähnlichen Organisation, die jährlich etwa 2.000 Millionen Pesetas mit dem Verkauf von teilweise inexistenten Time-Sharing Rechten und anderen illegalen Geschäften verdiente. Dieses Geld sei durch ein kompliziertes Firmen- und Finanzgeflecht in Steuerparadiese überwiesen worden und der Verdacht einer Weiterleitung an extremistische Gruppen wie Amal oder die Hezbola sei gegeben. Derbah war seid ca 1992 der engste Vertraute des Time-Sharing Königs Teneriffas, des Briten John Palmer, und als solcher beteiligt am Aufbau des Palmer-Imperiums, dem Time-Sharing Anlagen wie Island Village, Club Flamingo, Lagos de Fañabé, Tenerife Royal Gardens, Yucca Park, Colonial Village und Parque del Sol sowie Reisegesellschaften wie Privilege und Millennium angehören. Später aber verstritt er sich mit Palmer und Derbah begann mit eigenen Aktivitäten im gleichen "Geschäftsbereich", was zu Reibereien und Schlägereien führte und schließlich zu einer Art Bandenkrieg einschließlich Schießereien und Mordanschlägen, so beispielsweise auf die Brüder von Derbah, Mustafa und Sam Derbah. Die Aktivitäten Derbahs im Bereich "Time-Sharing" erstreckte sich beispielsweise auf den Verkauf sogenannter "World Pass" Lizenzen im Umfeld del Colonial Beach Clubs, bei denen angebliche Ferienwohnrechte für um die 25.000 DM verkauft wurden. Das Geschäft rechnete sich doppelt, da zum einen die Rechte im Ankauf nur ca. 1.500 gekostet hatten (und oftmals nicht einmal diese gezahlt wurden) und die Verkaufspreise über einige von Derbah gegründete Firmen kassiert wurden, die danach kurzerhand wieder verschwanden, so beispielsweise die Firma Libano Sur.